Trump brachte auf seine Weise das Thema ASS 100 in die Medien.
„US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass er seit Jahren mehr Aspirin einnimmt als medizinisch empfohlen. „Sie sagen, Aspirin ist gut zur Verdünnung des Blutes, und ich will nicht, dass dickes Blut durch mein Herz fließt“, sagte Trump dem „Wall Street Journal“. Seine Ärzte hätten ihm geraten, eine geringere Dosis zu nehmen. Aber er sei da „ein wenig abergläubisch“.
Wer nun aber an 500 oder gar 1000 mg am Tag denkt, der irrt. Konkret soll es sich um eine Dosierung von 325 mg Acetylsalicylsäure täglich zur „Kardioprävention“ handeln. Das soll Trumps Arzt Sean Barbarella dem The Journal gesagt haben. „
So steht es in der Deutschen Apotheker Zeitung.
Wer einen Herzinfarkt hatte oder Stents bekommen hat, der soll ja lebenslang ASS 100 nehmen.
„In der Tat ist ASS nicht so harmlos, wie man bei der niedrigen Dosis denken könnte. Insbesondere Magenblutungen können auftreten. Dennoch ist in Ihrer Situation die lebenslange Einnahme von täglich 100 mg ASS unerlässlich, um die Bildung von Blutgerinnseln in den Herzkranzgefäßen zu hemmen. Nur so kann ein gutes Langzeitergebnis nach Einsetzen eines Stents gesichert werden. Wichtig zu wissen ist, dass alle kardiologischen Fachgesellschaften bei einer koronaren Herzkrankheit grundsätzlich zur lebenslangen Einnahme von ASS raten.“
So schreibt die Deutsche Herstiftung.
Und dann wurde 2018 im Ärzteblatt folgendes veröffentlicht:
„Die Wirksamkeit von Acetylsalicylsäure (ASS) zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen hängt stark vom Körpergewicht ab. Eine aktuelle Publikation lässt vermuten, dass lediglich ein Bruchteil der Risikopatienten mit der Standarddosis von 75–100 mg ASS ausreichend geschützt ist. Ab einem Körpergewicht von 70 kg, so die Analyse von 14 Studien, sind niedrige ASS-Dosen weniger wirksam. Gleichzeitig scheinen leichtere Menschen nicht von höheren Dosen zu profitieren. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) fordern daher, dass die derzeit praktizierte „One dose fits all“-Strategie neu bewertet werden muss.“
Hier schließt sich der Kreis. Trump wiegt mehr als 70kg. Aber es gibt seit 2018 keine neuen Veröffentlichungen dazu, die ich gefunden habe ob das so stimmt oder nicht, was damals aufgeschrieben wurde.
Wie soll sich denn ein Patient verhalten, der ASS 100 nimmt?
Offenbar wissen die Ärzte auch nicht mehr und halten sich an ihre Leitlinien und überlassen den Rest der eigenen Einschätzung.
Wenn man umgekehrt denkt, dann wären alle ASS 100 Einnahmen bei Menschen über 70kg unnötig, weil es ja nicht wirkt?
Wenn es aber nicht wirkt und dennoch empfohlen wird, was bedeutet das?
Vielleicht wirkt es ja doch.
Das erinnert mich an die Gabe von einem zweiten Blutverdünner nach dem Setzen von Stents. Ob nur mit ASS 100 oder einem zweiten Verdünner, war beim Ergebnis fast egal.
„Kardiologen und Anästhesisten müssen dabei laut Leitlinie zwei Risiken gegeneinander abwägen: kardiovaskuläre thromboembolische Komplikationen beim Absetzen von ASS und die Gefahr einer Blutung während der Operation beim Fortsetzen der ASS-Therapie.“
Das muß man genau abwägen wie hier zu lesen ist…
Beim Leistenbruch/ Hernie OP gilt für ASS 100 Patienten meistens folgendes:
„Blutverdünnende Medikamente (z.B. Clopidogrel ) müssen mindestens 7 Tage vor der Operation abgesetzt werden. ASS 100 kann weiter eingenommen werden.“
In anderen Fällen wird nach dem Absetzen von ASS 100 täglich eine Heparinspritze gegeben habe ich gelesen.
Man muß also genau hinschauen.
Übrigens ist dieser Artikel keine medizinische Auskunft sondern ein Text eines Patienten, der sich online bei Medizinern Informationen sucht, um sich selbst ein Bild zu machen.